„Mit der Komödie „Die Affäre Rue de Lourcine“ des Franzosen Eugène Labiche, uraufgeführt 1857, holt das Grenzlandtheater in einem mutig gestylten Bühnenbild von Susanne Hiller (auch Kostüme) das Flair einer Unterhaltungsform auf die Bühne, die das Publikum so noch nicht erlebt hat: das Musterbeispiel eines „Vaudeville“, ein Theatergenre mit viel Biss und Ironie, mit Witz, der unter die Gürtellinie geht, mit Tempo, schneidender Gesellschaftskritik an einer reichen, hochnäsigen Bürgerschicht.“ (…) „In der Regie von Knut Weber entfaltet sich ein Reigen der Monstrositäten.“ (…) „Er setzt das Skalpell an, kehrt inneres Übel nach außen – clowneske Schminke steigert den Eindruck von Bosheit und Eigensucht, eine einheitliche Maske für einheitliche Verderbtheit.“ (…) „Felix Frenken und Robert Flanze sind Lenglumé und Mistigue – schwankend, räsonierend, alkoholisiert, panisch bemüht, alles zu vertuschen: Für beide ein Kammerspiel der Extraklasse.“ (…) „90 Minuten lang arbeiten sie sich akrobatisch und lallend durch eine abstruse Geschichte, schauspielerisch und körperlich eine Meisterleistung.“ (…) „Tobias Strobel spielt den lauernden Domestiken mit boshafter Energie.“ (…) „Knalliges Rot, das den Affen im Bühnenbild antwortet, prägt den Neffen Potard, diabolisch von Marcus Barßum Messih verkörpert.“ (…) „Das Grusel-Karussell nimmt mehr und mehr Fahrt auf.“ (…) „Die Zuschauer sind gebannt.“ (…) „Mit einem spielfreudigen Ensemble und straffer Konsequenz im Spiel gelingt Knut Weber der Ausflug ins 19. Jahrhundert.“ (…) „Die Affäre Rue de Lourcine ist in der Übersetzung von Elfriede Jelinek kein plüschiges Gesellschaftsstück, sondern ein messerscharfes Statement.“ (…) „Herzlicher Applaus.“ (…)